Parkett richtig pflegen — die 5 häufigsten Fehler
Ein gepflegtes Parkett begleitet Sie über Jahrzehnte — vorausgesetzt, es wird richtig behandelt. In der Praxis sehen wir bei Hausbesuchen in der ganzen Bodenseeregion immer wieder dieselben Pflegefehler, die einen schönen Holzboden vorzeitig altern lassen. Die gute Nachricht: Fast alle lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden. Andreas Bruderer, eidg. dipl. Bodenlegermeister und Vizemeister der Europameisterschaft 2009, hat die fünf häufigsten für Sie zusammengetragen — mit den passenden Tipps, wie Sie es besser machen. Wer diese Punkte beherzigt, spart sich teure Schäden und behält den natürlichen Charakter seines Bodens über viele Jahre. Ihr Parkett pflegen Sie dabei mit wenig Aufwand — es kommt vor allem auf die richtigen Handgriffe an.
Fehler 1: Zu viel Wasser beim Wischen
Holz und stehendes Wasser vertragen sich nicht. Der häufigste Fehler ist das nasse Wischen mit einem tropfenden Mopp. Dringt Feuchtigkeit in die Fugen ein, quillt das Holz auf, die Kanten stellen sich, und mit der Zeit entstehen unschöne Ränder. Wischen Sie Ihr Parkett deshalb nur nebelfeucht: Der Lappen sollte sich beim Auswringen kaum noch feucht anfühlen. Wasserflecken nehmen Sie am besten sofort auf, statt sie antrocknen zu lassen. Für den Alltag genügt in den meisten Fällen ohnehin trockenes Aufnehmen mit Staubsauger oder Mikrofasertuch — feucht gewischt wird nur dann, wenn es wirklich nötig ist.

Fehler 2: Das falsche Pflegemittel
Allzweckreiniger, Essigreiniger oder scharfe Universalmittel haben auf Parkett nichts verloren. Sie greifen die Oberfläche an, hinterlassen Schlieren und können auf Dauer den Schutzfilm zerstören. Entscheidend ist, ob Ihr Boden geölt oder versiegelt ist — denn beide brauchen unterschiedliche Pflege. Für versiegelte Böden eignen sich milde, parkettgeeignete Reiniger; geölte Böden brauchen regelmässig ein passendes Pflegeöl, das die Oberfläche nährt. Unsicher, welche Variante Sie haben? Ein kleiner Wassertropfen an unauffälliger Stelle hilft: Zieht er rasch ein und dunkelt das Holz nach, ist der Boden meist geölt; perlt er ab, ist er versiegelt. Welcher Weg der richtige ist, klären wir gern vor Ort. Mehr zu den Unterschieden lesen Sie auf unseren Seiten zu geölten Oberflächen und versiegelten Oberflächen.

Fehler 3: Jahrelange direkte Sonneneinstrahlung
Direkte Sonne lässt Holz ausbleichen — und zwar ungleichmässig. Wo ein Teppich oder ein Möbelstück steht, bleibt der ursprüngliche Farbton erhalten, der Rest verfärbt sich. Nach einigen Jahren zeichnet sich so ein deutlicher Helligkeitsunterschied ab, der sich kaum mehr rückgängig machen lässt. Schützen Sie Ihren Boden mit Vorhängen, Plissees oder einem dezenten Sonnenschutz, gerade an Südfenstern. Das schont nicht nur das Parkett, sondern auch Möbel und Textilien. Wer Möbel und Teppiche zudem ab und zu umstellt, sorgt dafür, dass das Holz gleichmässig nachdunkelt.
Fehler 4: Kratzer durch fehlende Filzgleiter
Stuhlbeine, Tischfüsse und Sofas sind die häufigste Ursache für feine Kratzspuren. Ein einziger Krümel Sand unter einem Stuhlbein wirkt wie Schmirgelpapier. Kleben oder schrauben Sie unter alle Möbel mit Bodenkontakt Filzgleiter, und prüfen Sie diese ein- bis zweimal im Jahr — sie nutzen sich ab und sammeln Schmutz. Bei Rollstühlen und Bürostühlen empfehlen sich weiche Rollen, die ausdrücklich für Hartböden geeignet sind. Eine Schmutzmatte im Eingangsbereich hält zusätzlich den gröbsten Sand draussen; gerade in der nassen Jahreszeit ist das der wirksamste Schutz überhaupt.

Fehler 5: Renovierungssignale ignorieren
Parkett verzeiht viel — aber nicht alles. Wer erste Abnutzungsspuren, matte Stellen oder kleine Schäden zu lange ignoriert, riskiert, dass aus einer einfachen Auffrischung eine aufwendige Sanierung wird. Das Schöne am Vollholz- und Mehrschichtparkett: Es lässt sich in der Regel mehrfach abschleifen und neu behandeln, statt ersetzt zu werden — vorausgesetzt, die Nutzschicht ist noch dick genug. Wer rechtzeitig handelt, kommt oft mit einer reinen Auffrischung der Oberfläche aus, ohne den ganzen Boden abzuschleifen. Wann genau dieser Moment gekommen ist, erkennen Sie an einigen typischen Zeichen — die wir in unserem Beitrag 5 Zeichen, dass Ihr Parkett eine Renovierung braucht für Sie zusammengestellt haben.
Parkett pflegen heisst vorbeugen — im Zweifel kurz nachfragen
Bei Bruderer Wohnen begleiten wir Familien in der Bodenseeregion seit 1954 — heute in der dritten Generation. Diese Erfahrung fliesst in jede Beratung ein: Wir sagen Ihnen ehrlich, ob eine Pflegekur reicht oder ob sich eine fachgerechte Aufarbeitung lohnt. Oft genügt schon ein kurzer Blick, um Ihrem Boden viele weitere Jahre zu schenken. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Parkett pflegen sollen oder ob sich ein Abschleifen lohnt, schauen wir uns Ihr Parkett gern persönlich an — auf Wunsch direkt bei Ihnen zu Hause. Eine Übersicht über unser Parkett-Angebot finden Sie ebenfalls auf unserer Website.
Parkett pflegen, auffrischen oder sanieren — fragen Sie uns.

